Der Vortrag am 22.11.2020 fällt leider aus. Ein Ersatztermin liegt noch nicht vor.

Veranstaltungen

ANgeSCHNITTen

Diese neue Reihe mit dem Titel „ANgeSCHNITTen“ ist ein erstes Ergebnis der Überlegungen im Entwicklungsprojekt VFKK 2022. In der recht aktiven Arbeitsgruppe von interessierten Mitgliedern wurde der Gedanke entwickelt, Beiträge des ANSCHNITTs – seien sie zurückliegend oder erst in Zukunft geplant – für eine Vortrags- und Exkursionsreihe der VFKK zu begutachten und geeignete Themen auszuwählen. Damit soll die fachliche Breite des ANSCHNITTs zukünftig auch für eine attraktive Vortragsreihe genutzt werden. Geplant sind jeweils vier Termine pro Halbjahr, wobei eine Veranstaltung als Exkursion in die nähere Umgebung ausgelegt sein wird. Bewusst sind die Termine aufs Wochenende gelegt, um eine Beteiligung aller interessierten Kreise zu ermöglichen.

 

Spitzbergen-Kohleausstieg am Nordpol

-Referent: Dipl.-Ing. Ass. Ulrich Schildberg 

-Termin: 13.09.2020 (Sonntag), 15.00 Uhr 

-Ort: Deutschen Bergbau-Museums Bochum 

Der Klimawandel rückt die arktischen Regionen und ihre Rohstoffreserven verstärkt in das Interesse. Seit über 100 Jahren wird auf der norwegischen Inselgruppe Svalbard/Spitzbergen Kohle abgebaut, aber nun steht auch dort der Kohleausstieg bevor. Der von nur knapp 3.000 Menschen bewohnte Archipel befindet sich in einem Strukturwandel, der durchaus Parallelen zum Ruhrgebiet aufweist, setzt man doch auf Tourismus und Wissenschaft als zukünftige Wirtschaftszweige.  

Das Schmelzen des gar nicht mehr so ewigen Eises weckt darüber Hoffnungen auf die Ausbeutung der bisher weitgehend unzugänglichen Rohstoffe und führt zu einem Streit der Nordpolanliegerstaaten um die Aufteilung der Arktis. 

Das VFKK-Mitglied beschäftigt sich seit längerem mit dieser Frage und hat Spitzbergen und Grönland mehrfach bereist. In seinem Vortrag berichtet er über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Bergbaus auf Spitzbergen und beleuchtet auch den neuen „Kalten Krieg“ um den Nordpol.  

Dabei fehlen auch nicht Bilder von Gletschern und Eisbären. 

Bergaltäre im deutschsprachigen Raum

-Referent: Prof. Dr. Rainer Slotta 

-Termin: 25.10.2020 (Sonntag), 15.00 Uhr 

-Ort: Deutschen Bergbau-Museums Bochum 

Die Bergaltäre gehören zu den eindrucksvollsten Schöpfungen des Bergbaus und bezeugen die engen Beziehungen der Bergleute zu ihren SchutzpartronInnen. Die heiligen Daniel und Barbara – aber auch die Heiligen Wolfgang, Christophorus und Rupert – zählen zu den bekanntesten Bergbauheiligen, doch gibt es zahlreiche weitere Heilige, die in Bergbaurevieren eine Schutzfunktion besessen haben. Der Vortrag möchte an einigen Beispielen von Bergaltären vor allem aus dem 16. Jahrhunderts im Erzgebirges und im alpinen Raum die wesentlichen Merkmale und Eigenschaften dieser sakralen Manifestationen bergmännischer Frömmigkeit in ihrem Umfeld vorstellen. 

Standortfaktoren der Eisen- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet während der „Industriellen Revolution“: der Hoerder Bergwerks- und Hütten-Verein

-Referent: PD Dr. Dietmar Bleidick, Schriftleiter der montanhistorischen Zeitschrift „DER ANSCHNITT“ 

-Termin: 22.11.2020 (Sonntag), 15.00 Uhr 

-Ort: Deutschen Bergbau-Museums Bochum 

Der Hoerder Verein markiert die Anfänge der Montanindustrie im Dortmunder Raum (Hörde ist seit 1928 Stadtteil von Dortmund). Die Branche wurde im Ruhrgebiet bis dahin vor allem durch die Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen (später Gutehoffnungshütte) bei Oberhausen und Krupp in Essen repräsentiert. Nun erschloss der Hoerder Verein nicht nur erstmals den Osten der Region, sondern war auch 1852 nach Umgründung der seit 1841 tätigen Hermannshütte die erste Hütten-Aktiengesellschaft überhaupt, die zugleich mit einem Kapital von 2 Mio. Talern zu den größten ihrer Art in Deutschland gehörte. Von Beginn an als vertikal strukturierter Montankonzern geplant, setzte der Hoerder Verein außerdem erstmals eine moderne Unternehmenskonzeption um, die bald Nachfolger fand und in den folgenden Jahrzehnten zum Branchenstandard wurde. Ausgehend von eigenen Kohlen- und Erzvorkommen, deckte das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette mit der Roheisen- und Stahlerzeugung sowie der Weiterverarbeitung zu Zwischen- und Endprodukten ab. In den 1860er Jahren erzeugte das größte Hochofenwerk im Ruhrgebiet rund ein Sechstel der Gesamtproduktion. 

Der Vortrag untersucht die Standortfaktoren der Montanindustrie in der Take-off-Phase der Industrialisierung bis zur Gründerkrise der 1870er Jahre am Beispiel des Hoerder Vereins. Im Vordergrund steht die Frage nach der Rolle der klassischen Elemente Rohstoff-, Verkehrs-, Absatz- und Arbeitsorientierung für die Standortentscheidung, die Anlagenstruktur und den Unternehmenserfolg. Von besonderem Interesse sind die Auswirkungen des Wandels dieser Rahmenbedingungen, etwa durch technische Innovationen. Als Vergleichsfolie dienen Unternehmen mit ähnlichen Grundvoraussetzungen, aber anderen Standortentscheidungen wie der Bochumer Verein und die Gutehoffnungshütte.  

 

Anmeldung

Schriftlich oder Telefonisch:

Am Bergbaumuseum 28
44791 Bochum

0234/5877-113
info@vfkk.de

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