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Michael Farrenkopf:
Die Zeche Sachsen und der Ruhrbergbau Anfang des 20. Jahrhunderts

Im Zuge der so genannten Nordwanderung des Ruhrbergbaus erreichte dieser den Raum Hamm erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Anfänge der Zeche Sachsen gingen dabei auf das Bestreben der Mansfeldschen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft, Eisleben, zurück, den Bedarf der eigenen Hüttenwerke mit Kohle- und Kokslieferungen zu decken. Der Name der Zeche bezog sich auf den Sitz der Gesellschaft, die schon zuvor und zu gleichem Zweck in Bochum-Langendreer die Zeche Mansfeld in Betrieb genommen hatte. Gegenüber den Zechen im mittleren und westlichen Ruhrgebiet bot die Zeche Sachsen wichtige Frachtvorteile bei den Kohle- und Kokslieferungen nach Mitteldeutschland.

Zwar wurde die Kohleförderung auf Sachsen 1914 aufgenommen, doch stagnierten die erforderlichen Aus- und Vorrichtungsarbeiten im Ersten Weltkrieg. Auch in der Zwischenkriegszeit hatte die Schachtanlage mit großen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. In Anbetracht schwieriger Absatz- und Wirtschaftsverhältnisse wurde schon Ende 1932 die Stilllegung der Zeche ernsthaft erwogen. Die daraufhin erfolgte "Konzertierte Aktion" von Belegschaft, Werksleitung, Gemeinde- und Kreisverwaltung sowie anderer Stellen gegen den Stilllegungsbeschluss war ein spektakulärer Vorgang, der letztlich die Fortführung des Betriebes erreichte, zugleich aber auch eine Zäsur in der Zechengeschichte darstellte.