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Eckhard Oelke:
Die königliche Braunkohlengrube Langenbogen (bis 1840)

Unter den vielen älteren einst im Raum Halle-Eisleben aufgenommenen Braunkohlegruben hatte die königliche Grube Langenbogen den größten Bekanntheitsgrad. Sie verdankte dies vor allem zwei Umständen: der urkundlich gesicherten Erwähnung aus dem Jahr 1691, die - zu Unrecht - als der Beginn der Braunkohlengewinnung im Raum Halle-Eisleben gewertet wurde und dem Besuch durch Johann Wolfgang von Goethe am 19. Juli 1802, der für die Braunkohlegruben nichts weniger als ein Alleinstellungsmerkmal ist. Was Goethe bei seinem kurzen Aufenthalt getan oder gesagt hat, wissen wir nicht. Doch hatte die Grube, was bisher nicht bekannt ist, schon einige Jahre zuvor, 1793, einen "hohen" Besucher, als den man wohl einen preußischen König bezeichnen kann. Dennoch hatte Wilsdorf 1957 Grund zu beklagen, dass über die frühe Zeit der Grube Langenbogen nähere Angaben fehlen. Der vorliegende Aufsatz behandelt deshalb erstmals die Frühphase der Grube Langenbogen auf der Grundlage archivalischer Quellen und älterer Sekundärliteratur.