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André Dubuc:
Das Centre Historique Minier (CHM) in Lewarde - das Gedächtnis des nordfranzösischen Steinkohlenbergbaus

1971 stand mit Alexis Destruys als Generalsekretär ein Bergingenieur an der Sitze der Direktion des Bergbauunternehmens der Houillères du Bassin du Nord-Pas de Calais, der als Geschichtsliebhaber davon überzeugt war, dass die Erinnerung an fast drei Jahrhunderte Steinkohlenbergbau in Nordfrankreich erhalten werden müsste. Er bemühte sich, die Generaldirektion davon zu überzeugen, dass die gerade erst stillgelegte Zeche Delloye in Lewarde, die nur wenige Kilometer von Douai entfernt lag und sich in einem ausgezeichnetem Zustand befand, erhalten werden müsse, um sie zu einem Ort der Erinnerung an die Bergbaukultur des Nord-Pas de Calais werden zu lassen und sie als "Gedächtnis des Unternehmens" zu bewahren. Alexis Destruys wurde damit beauftragt, sein Projekt auf der Schachtanlage Delloye umzusetzen, und allmählich erweckte er nach der Stilllegung der Zeche die Maschinen und das Inventar einschließlich der gesamten archivalischen Unterlagen der Bergwerke zu neuem Leben. So wurde die sich in ausgezeichnetem Zustande befindende Schachtanlage mit all ihren erhaltenen technischen Einrichtungen das erste monumentale Exponat des sich ständig erweiternden Sammlungsbestandes, der glücklicherweise heute das Centre Historique Minier bildet. Der Beitrag erläutert die Entwicklungsgeschichte und das aktuelle Aufgabenfeld des bedeutenden nordfranzösischen Bergbaumuseums.