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Björn Ivar Berg:
Das Bergseminar in Kongsberg in Norwegen (1757-1814)

Die Montanindustrie wurde im 18. Jahrhundert nachhaltig vom aktiven spätabsolutistischen Staat geprägt. Mehrere europäische Staaten bemühten sich um die Entwicklung der Montanindustrie durch eine verstärkte Ausnutzung von Fachkenntnissen und Wissenschaften. Besonders wichtig war die Institutionalisierung des montanwissenschaftlichen Unterrichts. Das Bergseminar in Kongsberg ist ein frühes Beispiel dafür.

Das mittelalterliche Königreich Norwegen unterstand von 1536 bis 1814 der dänischen Krone. Mit seiner Gründung durch königliche Resolution vom 19. September 1757 wurde das Bergseminar in Kongsberg eine der ersten europäischen Einrichtungen für den Unterricht in den Montanwissenschaften. Nach dem Vorbild der später gegründeten Bergakademien wurde das Bergseminar 1786 umgestaltet. Es erhielt eine bessere Organisation und Finanzierung mit umfassenden Lehrplänen, einer Prüfungsordnung und neuen Gebäuden.

Die Ausbildung von Bergingenieuren und Geologen wurde nach der Auflösung des Bergseminars 1814 von der Universität in Oslo und seit 1910 von der Technischen Hochschule in Trondheim weitergeführt. Insofern konnte in 2007 das Jubiläum von 250 Jahren höheren Unterrichts in den Montanwissenschaften in Norwegen gefeiert werden. Die schönen Gebäude des ehemaligen Bergseminars gehören heute zum Norwegischen Bergwerksmuseum.