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Herbert Dennert †:
Gottfried Wilhelm Leibniz und der Bergbau im Oberharz

Als der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz 1676 an den Welfenhof in Hannover kam, zählte der Oberharzer Silberbergbau zu den führenden Bergbaurevieren Europas. Der Silberbergbau stellte die wichtigste Geldquelle für die Welfenherzöge in Hannover und Wolfenbüttel dar. Insofern befasste sich Leibniz fast zwangsläufig auch mit dem Harzer Bergbau, zumal das durch die Morphologie bedingte Teichsystem zur Sammlung der Aufschlagwässer für die Wasserräder zur Wasserhebung fast ausgereizt war und neue Wege zur Bereitstellung weiterer Energie gefunden werden mussten.

Leibniz Idee war, mit Hilfe der Windkraft die Aufschlagwasser über Sparteiche zu rezyklieren. Im Vertrag des Hofes mit Leibniz hieß es: "vermittels der Konjunktion Windes und Wassers die Gruben zu Sumpf zu halten." Mit dieser Idee ist Leibniz ebenso gescheitert wie mit weiteren Ideen zur Verbesserung der Schachtförderung und damit zur Verbesserung des Energieeinsatzes - Unterseil, Bobine und konische Trommel zum Momentenausgleich, die heute aber alle akzeptiert und Stand der Technik sind.

Während die jüngeren Arbeiten zu Leibniz Wirken im Harzer Bergbau den Zugang alle über die Beschäftigung mit Leibniz selbst fanden, zeigt ein jüngst im Nachlass von Oberbergrat a. D. Herbert Dennert entdecktes und bisher nicht veröffentlichtes Manuskript eine neue Facette auf.