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Werner Toenges:
Die "Minas Gerais" von Brasilien

Der Name des brasilianischen Bundesstaates Minas Gerais heißt soviel wie "Minen überall". Minas Gerais bedeckt eine Fläche von 587 000 km2 und ist damit der fünftgrößte Bundesstaat Brasiliens mit einer Einwohnerzahl von 16 Mio. Menschen. Minas Gerais grenzt nördlich an Bahia, westlich an Goiás und Mato Grosso do Sul, südlich an São Paulo und östlich an Rio de Janeiro und Espírito Santo.

In Minas Gerais liegt heute eines der wichtigsten Zentren der Eisenerzgewinnung weltweit; die Erde von Minas Gerais ist so eisenhaltig, dass feiner roter Lateritboden die Überlandstraßen überzieht und Flüsse rotbraun färbt. Weiterhin werden Aluminium, Zink und Phosphat produziert. In Minas Gerais gab und gibt es zudem große Vorkommen an verschiedenen Mineralien und Gesteinen. Die historischen Goldreserven, die einst Reichtum und Macht des Bundesstaates begründeten, sind inzwischen zwar weitgehend ausgeschöpft, doch werden in den alten Goldgruben nun umfangreiche Diamantvorkommen ausgebeutet.

Vorliegender Aufsatz widmet sich der Geschichte von Minas Gerais von der Kolonialisierung in der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung der in spezifischen Zeitepochen unterschiedlichen montanistischen Schwerpunkte.