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Rudolf Mirsch:
Die Spur führt nach Hergisdorf -
150 Jahre Generalkarten der Mansfelder Kupferschieferreviere

Die Anfänge des Markscheidewesens liegen auch für den Mansfelder Kupferschieferbergbau im Dunkeln. Als die ältesten Risse sind zwei Mutungs- und Verleihungsrisse aus dem Jahre 1671 anzusehen. Wesentlich war, dass darin auch der Verlauf der über mehrere Jahrhunderte wichtigen Berggrenze eingezeichnet wurde. Zu den bedeutendsten Markscheidern des Kupferschieferbergbaus vom 17. bis 19. Jahrhundert zählen Nikolaus Voigtel, welcher 1686 das erste Fachbuch zur Markscheidekunde im deutschsprachigen Raum mit dem Titel "Geometria subterranea" veröffentlichte; von A. H. Ehrenberg ist aus dem Jahre 1802 das Manuskript seiner Schrift zur Markscheidekunde erhalten. Bis in die jüngste Zeit sind die ehemaligen Oberbergamtsmarkscheider Johann Friedrich Christoph Brathuhn (1801-1874) und Moritz Otto Brathuhn (1837-1906) bekannt geblieben. Ersterer besonders durch zwei Generalkarten der Bergbaureviere bei Eisleben und Sangerhausen und sein Sohn Moritz Otto Brathuhn als Professor an der Bergakademie Clausthal und Verfasser weiterer bedeutender Publikationen. Ihre Spuren führen in das Mansfelder Land und nach Hergisdorf. Dieser Ort mit langjähriger Bergbautradition und besonderen Privilegien für die Bewohner bot vielen Generationen von Berg- und Hüttenleuten ein bescheidenes Einkommen für den notwenigsten Lebensunterhalt und brachte bekannte Persönlichkeiten des Berg- und Hüttenwesens hervor.