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Eckhard Oelke/Elmar Hebestedt:
Alte Hütten an der Selke

Wenn von Hütten an der Selke die Rede ist, sind damit zumeist oder überhaupt nur die seit der Mitte oder dem Ende des 17. Jahrhunderts überlieferten Hütten gemeint: im anhaltischen Harz Mägdesprung und Silberhütte sowie im stolbergischen Harz Straßberg. Dabei gab es hier schon weitaus früher Hüttenwerke, über die aber fast nichts bekannt ist, am ehesten noch über eine Silberhütte am Kleinen Hausberg unter der alten Burg Anhalt.

Über den frühen Bergbau im anhaltischen Harz ist gleichfalls bisher sehr wenig bekannt. Bei der Aufarbeitung von Quellen zur Geschichte des Bergbaus in diesem Teil des Harzes wurden Nachrichten aufgefunden, die neue Erkenntnisse für die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg auch über die Hütten ermöglicht haben. Sie sollen hier mitgeteilt werden. Ihnen werden einige Mitteilungen zum Bergbau jener Zeit vorangestellt.

Der anhaltische Harz liegt auf der Hochfläche des Unterharzes, überwiegend südlich des Rambergplutons. Er wird von der Selke, zu einem sehr kleinen Teil durch Wipper und Eine entwässert. Geographisches und seit frühester Zeit auch wirtschaftliches und administratives Zentrum ist Harzgerode. Als früheste ist die Grube Birnbaum für das Jahr 1300 urkundlich bezeugt. Die letzte betriebene Grube war der Flussspatschacht Fluor, zwischen Siptenfelde und Straßberg gelegen, Nachfolger der alten Grube Suderholz. Sie baute auf dem Biwender und Brachmannsberger Gang bis 1990 dem Flussspat nach.