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Rudolf Mirsch:
Das Bergjahr im Mansfelder Kupferschieferbergbau und seine Höhepunkte

Auch im Mansfelder Kupferschieferbergbau stand das Leben und Arbeiten der Menschen auf der Basis bergrechtlicher Regelungen. Dem Freilassungspatent vom 28. April 1671 folgte bereits im Mai gleichen Jahres eine neue Bergordnung, die durch oberlehnsherrliche Bestätigung am 28. Oktober 1673 zum Gesetz erhoben wurde und 1674 im Druck vorlag. Nach Artikel 30 wurde u. a. verordnet, dass "von 13 zu 13 Wochen für alle betrieblichen Abrechnungen ein Quartal zu schließen, und die Quatember mit dem neu angehenden Monat Januar anzufangen haben". Jede Woche begann in Übereinstimmung mit dem bürgerlichen Kalender am Sonntag und endete am Sonnabend.

Der Wochenzyklus und die vier Bergquartale waren für Bergleute wichtige Stufen ihres Lebens. Die Bergquartale wurden nach allgemeinem Brauch Reminiscere, Trinitatis, Crucis und Luciae benannt und umfassten in der Regel einen Zeitraum von 13 Wochen. Sie wurden noch im 19. Jahrhundert in allen Nachweisen des Mansfelder Kupferschieferbergbaus verwendet. Im bergmännischen Risswesen waren bei der Kartierung der Abbauflächen diese Quartalsbezeichnungen bis Dezember 1929 üblich.

Der Aufsatz verfolgt die Berechnungen und kalendarischen Reformen zur Bestimmung des Bergjahres sowie die daraus abgeleiteten Fristen und herausgehobenen Fest- und Feiertage am Beispiel des Mansfelder Kupferschieferbergbaus.