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Thomas Stöllner/Markus Reindel:
Vorspanische Goldgewinnung im Bereich von Palpa-Nasca?
Bericht über eine einwöchige Prospektionskampagne an der Südküste Perus

Anders als in der Alten Welt konzentrierte sich die älteste präkolumbische Metallurgie in Südamerika auf das Gold, viel später erst auf Kupfer und Bronze. Die ältesten Goldfunde wurden dabei am Altiplano, im Hochland Perus bei Waywaka nördlich von Cuzco entdeckt (2.-1. Jahrtausend v. Chr.). Eine regelhafte Verwendung von Metallen ist aber erst seit dem 1. Jahrtausend und der nordperuanischen Chavín-Kultur überliefert. Auch später zählt vor allem Nordperu mit Kolumbien und Ecuador zu den wichtigsten südamerikanischen Zentren präkolumbischer Goldgewinnung, während im Süden offensichtlich die Kupfermetallurgie stärker dominierte (Grenzraum Peru, Chile, Bolivien). Darüber geben nicht nur der schon zur Zeit der spanischen Eroberung legendäre Goldreichtum der Inka Auskunft, sondern auch die sehr reichen Funde aus der Vorinka-Zeit.

Von besonderer Bedeutung für das Verständnis des wirtschaftlichen und sozialen Gefüges der präkolumbischen Goldgewinnung könnten sich die goldführenden Lagerstätten im Umfeld des Palpa-Tales erweisen. Vorliegender Aufsatz schildert die Zwischenergebnisse einer ersten Prospektion der Region von Palpa, die im März 2006 durchgeführt werden konnte.