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Alexander Gorelik/Gerhard Koetter:
Geschichte und Archäologie der Stollenzeche Turteltaube im Muttental bei Witten

Auf Anfrage der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Witten wurden vom Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Forschungsbereich Montanarchäologie, in Abstimmung mit der Außenstelle Olpe des Westfalischen Amtes für Bodendenkmalpflege archäologische Ausgrabungen im Bereich der späteren Stollenzeche Turteltaube Südflügel im Muttental südwestlich von Witten-Bommern (Ennepe-Ruhr-Kreis) durchgeführt. Das Ziel war die Auffindung und Untersuchung des Stollenmundloches. Eine nachfolgend erfolgte Rekonstruktion und ein Aufbau sollen den vorhandenen bergbaugeschichtlichen Rundweg ergänzen.

Aus historischen Quellen war bekannt, dass der Bereich der ehemaligen Stollenzeche Turteltaube etwa ab dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts genutzt wurde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bis die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde hier das Steinkohleflöz Mausegatt nachhaltig ausgebeutet. In den 1920er-Jahren sowie in der Notzeit während des Zweiten Weltkrieges gab es nur noch zwei kurze Zeiten der Nachnutzung.

Um die Lokalität des genannten Mundloches festzustellen, die Reste der Grubenanlagen freizulegen und Informationen über die begleitenden Funde zu erhalten, wurde wahrscheinlich erstmals im Ruhrgebiet bei einem solchen Objekt eine archäologische Untersuchung durchgeführt. Darüber hinaus waren weitere wichtige Fragen von Interesse: Wie lassen sich historische und archäologische Quellen korrelieren, und kann die Archäologie in so einem Fall neue Informationen liefern?