vorige Hefte

Klaus Müller/Bernd Ullrich:
Das Alaunschieferbergwerk "Morassina" bei Schmiedefeld am Rennweg (Saalfelder Höhe) im Thüringischen Schiefergebirge

Der bedeutendste Zweig des Bergbaus im Schmiedefelder Revier im Thüringischen Schiefergebirge war der Eisenerzbergbau, der vermutlich bereits im 12. Jahrhundert begann und erst 1972 aus Rentabilitätsgründen aufgegeben wurde. Der Alaunschieferbergbau mit der Grube "Morassina" wurde erstmalig 1683 urkundlich erwähnt. Benannt wurde das Bergwerk nach einem der Besitzer, Leonard Morassi. Nach 177-jährigem Bergbau erfolgte 1860 die Einstellung der Untertagearbeiten. Seit dem Jahre 1993 ist die "Morassina" als Schaubergwerk und technisches Denkmal für Besucher geöffnet. Ziel des Bergbaus war die Gewinnung von Alaunschiefer für die Herstellung von Eisen- und Kupfervitriol sowie Alaun. Nebenprodukte waren Farberden (Thüringer Schwarz oder Brockenschwarz, Ockerfarbe, Englisch-Rot), Schwefel, Schwefelsäure (Vitriolöl) und Schwefelwasser. Im Laufe der Jahrhunderte wurden in den auflässigen Grubenbauten farbenprächtige Sekundärmineralbildungen als Produkte der oxidativen Verwitterung von Sulfidmineralen in Form von Tropfsteinen, Überkrustungen auf dem Alaunschiefer und Schlämmen akkumuliert. Diese Bildungen wurden bei der Aufwältigung und Befahrung durch die SDAG Wismut im Jahre 1951 entdeckt. Sie bestehen hauptsächlich aus Eisen-Sulfat-Hydroxiden, Eisen-Phosphat-Sulfaten und Eisenphosphaten.