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Felipe Ravinet de la Fuente:
Die Bergarbeiterstadt des Erzbergwerks El Tenierte - ein chilenisches Nationaldenkmal

Die in der Region VI ca. 60 km östlich der Stadt Rancagua und südlich der Hauptstadt Santiago de Chile liegende Bergstadt Sewell ist eng verbunden mit dem Kupferbergwerk El Teniente. Dieses größte untertägige Bergwerk der Welt gewinnt tief im Herzen der Anden auf dem Cerro Negro in einer Höhe von 2200 m Kupfererze. Heute zur CODELCO gehörend, reichen die Anfänge des Bergwerks weit zurück. 1905 setzte ein regulärer Bergbau ein, als die chilenische Regierung dem Amerikaner William Braden die Konzession zum Betrieb des Bergwerks verlieh. Im Rahmen der infrastrukturellen Erschließung wuchs Sewell beträchtlich an. 1968, auf dem Höhepunkt der Unternehmensentwicklung, lebten rund 15 000 Menschen auf einer bebauten Fläche von 175 000 m2 in Sewell.

In Sewell wurde vieles errichtet, was zu einer regulären Stadt gehört: eine Kirche, ein Kino, eine Kegelbahn, ein Schwimmbad, Schulen sowie ein Rollschuhlaufplatz. Die einzelnen Gebäude und Einrichtungen, die auf sehr unterschiedlichen Höhenniveaus lagen, wurden durch Treppen miteinander verbunden. Daraus leitet sich der Name "Stadt der Treppen" ab. 1989 wurde Sewell unter Denkmalschutz gestellt. 1999 schließlich rief die CODELCO ein anspruchsvolles Projekt ins Leben, das das Ziel verfolgt, Sewell zu einem touristischen Anziehungspunkt in Chile zu entwickeln und darüber hinaus möglichst auch den Status als UNESCO-Weltkulturerbe zu erlangen. Der Aufsatz behandelt die Geschichte der Bergarbeiterstadt Sewell.