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Gerd Weisgerber:
Chuquicamata und anderer indianischer Bergbau vor Kolumbus

Die nordamerikanischen Prospektoren setzten am liebsten an solchen Stellen ihre Erzsuche und Schürfungen an, an denen man noch Spuren älteren Bergbaus erkennen konnte. So auch im Jahre 1899 in einem "Restauradora Mine" genannten Grubenfeld in Chuquicamata in der Provinz Antofagasta in Nord-Chile. Nach kurzen Räumarbeiten in einer Pinge, also einer verfüllten und verbrochenen Grubenvertiefung, stießen sie in 2,1 m Tiefe auf den Leichnam und die Werkzeuge eines vor Jahrhunderten tödlich verunglückten Bergmanns. Der Körper des Mannes war so gut erhalten, dass man sich sofort bewusst war, etwas Besonderes vor sich zu haben. Jeder wollte mit der Mumie fotografiert werden, so dass eine Serie von Fotos entstand, die heute die Hauptquelle für den ungewöhnlichen Fund darstellt.

Die Neuigkeit ging um die Welt und fand, nicht ohne Fehler und Entstellungen, ihren Niederschlag in Zeitungen und noch Jahrzehnte später in Jugendbüchern. Aber erst 1975 wurden Fund und Fundumstände von Junius Bird vom American Museum of Natural History (AMNH) verlässlich dargestellt. Seine Ausführungen zur Mumie werden in diesem Beitrag referiert. Ferner werden anhand einer Auswahl wichtiger Rohstoffe die verfügbaren Informationen über Untersuchungen zu Technik und Organisation der Gewinnung und Verbreitung von bergmännisch zu gewinnenden Rohstoffen aufgrund archäologischer Quellen vorgestellt.