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Bernhard Häck:
Bergbaukultur und ihre Repräsentation in der Öffentlichkeit.
Beispiele aus Bayern und Baden-Württemberg, Teil 1

Untersuchungen im Montanbereich geben uns Einblicke in die Nutzung der natürlichen Ressourcen durch den Menschen. Naturraumgliederungen, geologische Formationen, unterschiedliche Entwicklungsstufen der Abbaumethoden der Bergleute in den unterschiedlichsten Zeiträumen etc. lassen uns Entwicklungen in der Montangeschichte erkennen. Darüber hinaus lassen sich auch Fragestellungen bezüglich der Umweltbelastungen und der Umweltverschmutzungen in der jeweiligen Region, die eben durch den Bergbau hervorgerufen wurden, aufzeigen.

Von entscheidender Bedeutung ist die Erforschung eines stillgelegten Bergwerkes mit den dazugehörenden Sekundär- und Tertiärbetrieben, die letztlich das geförderte Material weiterverarbeiteten, um den Stellenwert des Objektes als Relikt der Montangeschichte einer Region ernsthaft zu diskutieren und einer sinnvollen denkmalpflegerischen Nutzung zuzuführen. Gleichwohl müssen in der Öffentlichkeit die touristischen, wirtschaftlichen und insbesondere die kulturellen Faktoren zur Diskussion gestellt werden, damit bei den Entscheidungsträgern eine nachhaltige Erholungsnutzung für den Besucher und den Tourismus wie auch für die einheimische Bevölkerung geschaffen wird, die sich in die Bergbaufolgelandschaft integriert und somit eine positive Resonanz für die ganze Region erbringen kann.

Der Aufsatz behandelt diese grundsätzlichen Fragen aus denkmalpflegerischer Sicht an Beispielen montangeschichtlicher Industriedenkmäler der Oberpfalz (Bayern), der Stadt Blumberg und seiner Umgebung sowie der Gemeinde Rietheim-Weilheim (jeweils Baden-Württemberg).