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Peter Ambatiello/Lorenz Lenz:
175 Jahre bayerisch-österreichische Salinenkonvention.
Die Fassungen vom 18. März 1829 und 25. März 1957

Das Salz - häufig als das „Weiße Gold“ bezeichnet - hat für die Menschheit seit eh und je eine fundamentale Bedeutung. Schon in vorgeschichtlichen Zeiten spielte es eine überragende Rolle. Dabei ist es unbedeutend, in welcher Form es uns zunächst zur Verfügung steht, ob flüssig als Sole oder fest als Steinsalz. Dieses unscheinbare „Weiße Mineral“ ist heute wie damals ein unverzichtbarer Bestandteil für das Leben der Menschen und Tiere. Die Region Reichenhall-Salzburg-Berchtesgaden-Hallein ist seit jeher kulturell, wirtschaftlich und politisch miteinander verwoben. Bindeglied waren immer die Interessen um das Salz. Es hat die Region in hohem Maße geprägt, reich, mächtig und einflussreich gemacht. Daran änderten auch die vielen Streitigkeiten um die Abbaurechte, die Vermarktung oder die Sicherung der Energieversorgung für die Salinen nichts.

Die zwischen Bayern und Österreich geschlossene Salinenkonvention repräsentiert mit ihrer 175-jährigen Geschichte eine lange Tradition des Salzbergbaus auf beiden Seiten der ihn trennenden nationalen Grenze. Der Vertrag von 1829, entstanden nach vielen, über Jahrhunderte abgeschlossenen, unvollständigen und nicht präzise abgefassten Regelungen und Verträgen, fasste alles Vorangegangene genau präzisiert auf völkerrechtlicher Grundlage zusammen. 1957 wurde er an die neuen Verhältnisse angepasst. Das Vertragswerk lieferte damit den Akteuren in Verwaltung und Betrieb auf beiden Seiten der Grenze, damals wie heute, ein Instrument, mit dem in vertrauensvoller, fairer und fachkompetenter Weise die auftretenden Probleme in Verwaltung, Technik, und Bergrecht geregelt werden konnten und können.