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Zygfryd Piatek:
Der Steinkohlenbergbau im Neuroder Land von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis 1914

Das Neuroder Bergbaugebiet liegt in Südpolen zwischen dem Massiv des Eulengebirges und der Staatsgrenze mit Tschechien und bildet den südöstlichen Teil der Waldenburg-Neuroder Montanregion. In jenem Zeitabschnitt, der hier behandelt werden soll, hatte insbesondere bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Neuroder Gebiet die durch Latifundien kennzeichnete Landwirtschaft den Vorrang. Die Hauptbeschäftigung der Bevölkerung bestand in erster Linie in der Land- und Forstwirtschaft, in zweiter Linie hatten die Textilindustrie und das Handwerk sowie auch der Steinkohlenbergbau Bedeutung.

Noch 1849 arbeiteten nur 22 % aller Beschäftigten im Landkreis Neurode (Nowa Ruda) in Industrie und Handwerk, davon ca. 4140 Weber in der Textilindustrie und 560 Arbeiter in den umliegenden Bergwerken. Erst wenige Jahre vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges überschritt die Anzahl der Beschäftigten im Bergbausektor (5,1 % der Gesamtbevölkerung des Kreises) die Anzahl der Beschäftigten in der Textilindustrie. Der Aufsatz behandelt insbesondere die bergtechnischen Fortschritte in der Phase des preußischen Direktionsprinzips sowie während der anschließenden wirtschaftlichen Liberalisierung. Für letztere Zeitspanne werden zudem die generellen ökonomischen Veränderungen berücksichtigt.