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Hubert Weitensfelder:
Illegaler Quecksilberhandel in Idria im 18. Jahrhundert

Ende des 15. Jahrhunderts wurde in Idria (Idrija) im slowenischen Karst eine große Quecksilber-Lagerstätte entdeckt. Von 1575 bis zum Ersten Weltkrieg stand das Bergwerk im Besitz der österreichischen Landesfürsten. Es lieferte bis zu seiner Schließung 1992 rund 13 % alles jemals geförderten Quecksilbers und wird damit nur von der Mine im spanischen Almadén übertroffen. Quecksilber wurde vorwiegend für die Amalgamation bei der Gewinnung von Edelmetallen aus ihren Erzen verwendet; Goldschmiede nutzten es zur Feuervergoldung, Apotheker als Mittel gegen die Syphilis, Bauern versuchten damit ihr krankes Vieh zu kurieren.

Das aus Zinnober gewonnene Metall wurde zu guten Preisen abgesetzt; daher entwendeten Bergleute und andere Bewohner der Region um Idria immer wieder Erze und verhüttetes Metall, um sich durch den Verkauf einen zusätzlichen Verdienst zu verschaffen. 1778/79 führten die Behörden eine große Aktion gegen die Diebstähle durch. Dutzende Personen wurden verhört und dabei ein umfangreiches Netzwerk an Verbindungen aufgedeckt. Schließlich endeten vier der Beschuldigten am Galgen; diese harte Maßnahme sollte für die Zukunft abschreckend wirken.