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Hans-Jürgen Schmidt:
Das ehemalige Kaliwerk der Gewerkschaft Thüringen in Heygendorf

Das Kaliwerk Thüringen lag in Heygendorf im heutigen Kyffhäuserkreis im Nordosten des Landes Thüringen. Eingetragen war es im Messtischblatt Ziegelroda Nr. 4634. In seiner Nähe befanden sich das stillgelegte Kaliwerk in Roßleben und das Kupferschiefer-Bergwerk in Niederröblingen. Zu den größeren Städten in seiner Umgebung zählten Sangerhausen im Norden, Querfurt im Osten und Artern im Westen. Die Lagerstätte des ehemaligen Kaliwerkes Thüringen mit seinen Schächten Thüringen I und II gehört zur Formation des Zechsteins. Die Kalisalzgewinnung erfolgte im Kaliflöz Staßfurt an der Nordostflanke des Roßlebener Sattels.

Die Gründung der Gewerkschaft Thüringen erfolgte laut Urkunde am 22. Februar 1905 durch Verleihung eines Grubenfeldes von etwa 22 preußischen Normalfeldern. In der Folgezeit entwickelte sich das Kaliwerk im Zuge des allgemeinen Aufschwungs der deutschen Kaliindustrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Schwierige Lagerstättenverhältnisse und problematische wirtschaftliche Verhältnisse infolge des Ersten Weltkrieges führten jedoch schon in den 1920er-Jahren zur Stilllegung des Bergwerks. Der Aufsatz analysiert die Geschichte des Kaliwerkes Thüringen mit besonderer Berücksichtigung der Lagerstättenverhältnisse.