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Monika Löcken:
"Die zu einem Ofen nöthigen Sachen ..." -
Zur Architektur und baulichen Entwicklung der Wendener Hütte

Die Eisenindustrie gehört zu den bedeutendsten historischen Gewerben des südlichen Westfalens. Behandelt wird das Thema in verschiedenen wirtschaftsgeschichtlichen Einzelstudien, die sich an den historischen Landesgrenzen orientieren. Historische Betrachtungen streifen das Thema der baulichen Entwicklung und Architektur dieser Gewerbeanlagen allerdings nur oberflächlich. In volkskundlichen Untersuchungen zur Hausforschung im ländlichen Bereich liegt das Hauptgewicht traditionell auf bäuerlichen Gebäudeformen. Erste Beschreibungen historischer technischer Anlagen stammen aus den 1920er Jahren. In den 1930er Jahren wurde die Gründung eines Museums technischer Kulturdenkmale in Hagen betrieben, jedoch wurden diese Pläne - angestoßen durch den Strukturwandel im Ruhrgebiet - erst in den 1960er Jahren durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe in die Realität umgesetzt.

Die Untersuchung der Gebäudeentwicklung der Wendener Hütte ist in diesem Zusammenhang exemplarisch. Handelt es sich doch um eine in situ erhaltene Eisenverhüttungsanlage mit acht erhaltenen, zwei durch archäologische Untersuchungen ergrabenen und fünf über Lagepläne rekonstruierbaren Gebäuden und Betriebseinheiten des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts. Sie ist die einzige als komplettes Ensemble erhaltene Anlage ihrer Art in Deutschland. Das Ensemble ist in die Denkmalliste eingetragen. Die beiden Obergräben und der Untergraben stehen unter Bodendenkmalschutz. Seit rund zehn Jahren werden Anstrengungen unternommen, den Bestand mit Hilfe industriearchäologischer Grabungen und Quellenauswertungen zu erforschen.