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Thomas Stöllner/Gerd Weisgerber (u. a.): Die Blei-/Silbergruben von Nakhlak und ihre Bedeutung im Altertum Zum Neufund eines Förderkörbchens im Alten Mann Der Neufund eines Förderkörbchens im Alten Mann von Nakhlak wird zum Anlass genommen, den berühmten Bergbau von Nakhlak und seine vorhistorische Gewinnung näher zu besprechen. Die montanarchäologische Bedeutung der alten Blei/Silber-Gruben von Nakhlak ist kaum zu überschätzen, aber bis heute nur unzureichend erforscht. Archäometallurgisch lässt sich die Nutzung der dortigen Bleierze zur Gewinnung von Silber in Zentraliran bis in das 4. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen: Neue Isotopendaten aus der mehrere hundert Kilometer entfernt liegenden Siedlung von Arisman lassen dies wahrscheinlich werden. Nach den bisher bekannten montanarchäologischen Befunden liegt der Höhepunkt der Gewinnung in der sassanidischen und frühislamischen Periode, aus welcher das hier vorgestellte, sehr kleine Förderkörbchen stammt. Gut erhaltene Ruinen lassen eine ausgedehnte Bergbausiedlung unter militärischem Schutz und staatlicher Kontrolle erkennen. Ob die Gewinnung kontinuierlich bis in die neuere Zeit hinein betrieben wurde, ist aber eine der Fragen, die offen bleiben, und mit anderen nur durch weitere Feldforschungen zu klären wären. Die hier vorgestellten Beobachtungen beruhen auf Geländearbeiten, die die Verfasser 1976, 1978 und 2000 vor Ort durchgeführt haben.