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Gabriele Körlin/Gerd Weisgerber:
Keilhaue, Fimmel, Schlägel und Eisen im mittelalterlichen Bergbau

Gekreuzt über einander liegend bilden die beiden Werkzeuge Schlägel und Eisen heute das Symbol des Bergbaus schlechthin: aufrecht für Bergbau in Betrieb, umgekehrt für aufgegebenen (und damit auch antiken oder prähistorischen) Bergbau. Dieses Symbol mag zu der Meinung führen, dass im Bergbau beide Gezähe immer die Geräte waren, mit denen sich die Bergleute ihren Weg durch das Gestein zu den Mineralien bahnten und mit denen sie die Erze herein gewannen. Dies war aber keineswegs der Fall, vielmehr handelt es sich bei Schlägel und Eisen um eine mittelalterliche Erfindung, die sich weitgehend erst im Spätmittelalter durchsetzte.
Vorwiegend anhand bildlicher Darstellungen des Mittelalters kann man einer „Datierung“ des Beginns des Symbols von „Schlägel und Eisen“ näherkommen. Als verlässlichste Quellen hierzu dienen Darstellungen auf Siegeln, welche über die dazugehörigen Urkunden teilweise zeitlich genau erfasst werden können. Aber auch andere Darstellungen helfen den Rahmen abzustecken. Der Aufsatz differenziert die mit Gezähen/Geräten durchzuführenden bergmännischen Tätigkeiten im Zeitverlauf und geht anschließend insbesondere auf die Schlägel- und Eisenarbeit ein.