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Jürgen Michelis/Günther Apel:
150 Jahre Zeche Tremonia.
Von einer Kohlenzeche zur weltweit bekannten Versuchsgrube Tremonia

Bier, Kohle und Stahl waren mehr als 100 Jahre die wirtschaftlichen Standbeine der Stadt Dortmund. Vom Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert bis in die 1980er Jahre prägten diese drei Wirtschaftszweige entscheidend das Bild von Dortmund. Dabei dürfte die Steinkohle die älteste Vergangenheit nachweisen können, stammt der älteste Nachweis über Steinkohle im Raum Dortmund doch aus dem Jahre 1296. Hierbei kann es sich allerdings nur um ganz bescheidene Versuche gehandelt haben, Kohle, die an der Tagesoberfläche ausbiss, zu gewinnen. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts, mit Beginn des Industriezeitalters, fand eine rasante Gründerwelle statt, bei der im Raum Dortmund zahlreiche Bergwerksgesellschaften ins Leben gerufen wurden. Einige hatten nur eine kurze Lebensdauer, andere fusionierten oder flossen in Großgesellschaften ein.

Als 1933 die Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) neu geordnet wurde, gehörten im Dortmunder Raum zwölf Bergwerke zu dieser Gesellschaft. Am 31. März 1987 wurde als letzte fördernde Anlage Minister Stein in Dortmund-Eving geschlossen. Damit gab es in Dortmund angeblich kein Bergwerk mehr, das in Betrieb war. Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt existierte aber sehr wohl, nahezu in der Stadtmitte, noch ein voll funktionsfähiges Bergwerk. Dies war die Zeche Tremonia, die bis 1996 als Versuchsgrube Tremonia sowohl unter wie über Tage zwar keine Kohlen mehr förderte, dafür aber wertvolle Versuche auf dem Gebiet der Grubensicherheit durchführte. Die Geschichte der Zeche Tremonia als Kohlenbergwerk und als Versuchsgrube spiegelt über die rd. 150 Jahre ihrer Existenz hinweg den wirtschaftlichen Aufstieg sowie den Rückgang des Steinkohlenbergbaus in Deutschland wieder.