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Gerhard Knitzschke/Martin Spilker:
Die Kupferschieferlagerstätte Mansfeld/Sangerhausen
Bergbauliche Nutzung und Verwahrung

Der Abbau von Kupferschiefer in den Bergbaurevieren Mansfeld und Sangerhausen, der sich seit 1970 ausschließlich im Revier Sangerhausen abspielte, war langfristig bis 2012 vorgesehen. Anfang 1989 wurde jedoch entschieden, die Erzgewinnung bereits 1995 einzustellen. Basis für diese Entscheidung bildeten die ständig sinkende Lagerstättenqualität, die immer komplizierter werdenden hydrologischen Verhältnisse und der damit verbundene Rückgang der Produktion bei gleichzeitigem Anstieg der Bergbaukosten.
Mit der umweltbedingten Stilllegung der Verfahrensstufe Bessemerei der Kupfer-Silber-Hütte in Hettstedt im November 1989 wurde die durchgehende hüttentechnische Verarbeitung des Kupferschiefererzes zum Elektrolytkupfer und die Gewinnung von Feinsilber aus dem Rohstein, der in den Schachtöfen der Rohhütte aus dem Erz erschmolzen wurde, unterbrochen. Das erforderte erneut eine Korrektur des Bergbaukonzepts und führte schließlich zu der Entscheidung, die Bergbauproduktion bereits zum 30. September 1990 zu beenden. So wurde in einem der ältesten durchgehend aktiven Bergbaubezirke der Welt nach fast 800-jähriger Bergbautätigkeit die Förderung eingestellt. Sie hatte im Zusammenwirken mit der Verhüttung des Erzes und der Weiterverarbeitung des Metalls über Jahrhunderte hinweg den Menschen dieses Territoriums eine solide Lebensgrundlage geboten.

Das Mansfelder Berg- und Hüttenwesen hat sowohl mit seinem positiven wirtschaftlichen Einfluss als auch mit seinen negativen Auswirkungen auf die Umwelt die gesamte etwa 400 km² große Region um Eisleben, Hettstedt und Sangerhausen nachhaltig geprägt.