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Peter Eichhorn:
Die untertägigen Kanäle der Rüdersdorfer Kalksteinbrüche zur Betriebszeit des Waldenburger Fuchsstollens

Die Rüdersdorfer Kalksteinlagerstätte befindet sich östlich von Berlin. Ihre transportgünstige Lage inmitten des weit verzweigten Berliner Wasserstraßensystems mit seinen vielen Flussläufen, Kanälen und Seen sowie die guten Abbaubedingungen der Lagerstätte ermöglichten in Rüdersdorf einen nunmehr über 750 Jahre währenden Kalksteinabbau. Durch die rege Bautätigkeit in den preußischen Residenzstätten Berlin und Potsdam und dem damit verbundenen Baurohstoffbedarf gewann er jedoch erst gegen Mitte des 18. Jahrhunderts größere Bedeutung.
Nachdem man bereits in den 1770er Jahren durch neue Organisations- und Verwaltungsreformen die Gewinnung, Förderung und den Weitertransport rationalisiert hatte, wurden insbesondere nach Unterstellung der Rüdersdorfer Steinbrüche unter das Preußische Bergwerks- und Hüttendepartement nachhaltige Innovationen eingeleitet. Für die neuen Transporttechniken wurde Ende des 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein untertägiges Kanalsystem geschaffen, dessen Bauphasen und Entwicklungen im vorliegenden Aufsatz nachgezeichnet werden.