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Jan Gustaw Jurkiewicz:
Der Hauptschlüsselerbstollen in Zabrze

Die Entwicklung des Steinkohlenbergbaus in Oberschlesien ist untrennbar mit preußischen Bemühungen verbunden, nach den Schlesischen Kriegen die anstehenden Bodenschätze Silber- und Bleierz sowie Steinkohle ausnutzen zu können. Während das Blei zu Rüstungszwecken benötigt wurde, sollte das Silber den Staatsschatz bereichern. Ein für den Aufbau und die Entwicklung der neuen Erzgrube und Hütte in Strzebnica dringend notwendiger Rohstoff war hierbei die Steinkohle, die zur Beheizung der Schmelzöfen und zum Betrieb der Dampfpumpen für die Grubenwasserhaltung diente. Die oberschlesische Bergbehörde initiierte unter Führung des Grafen Friedrich Wilhelm von Reden hierzu auch die Auffahrung des Hauptschlüsselerbstollens. Er sollte das gesamte Bergbaugebiet zwischen der Königin-Luise-Grube in Zabrze und dem Bergwerk König in Chorzów/Königshütte entwässern, das Fördergut über den Klodnicki-Kanal zur Hütte in Gliwice/Gleiwitz und weiter in die Oder transportieren sowie neue Kohlenflöze aufschließen.

Der Aufsatz untersucht vorrangig die technischen Bedingungen der Stollenauffahrung unter Berücksichtigung der Wasserhaltung sowie die realen Umstände des Stollentransports.