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Michael Fessner:
Das Hüttenwesen am Rammelsberg nach dem Riechenberger Vertrag Der Landesherr als „fürstlicher Unternehmer“ 1552-1620

Die Erforschung des Berg- und Hüttenwesens im Harz hat in den letzten Jahren zu wesentlich neuen Erkenntnissen über diese bedeutsame Montanregion geführt. Diese Forschungsergebnisse warfen aber zugleich weiterführende Fragestellungen auf. Die Historische Kommission für das Land Niedersachsen und Bremen sowie das Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Georg-August-Universität Göttingen unter der damaligen Leitung von Professor Karl Heinrich Kaufhold stellten deshalb beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur einen Antrag zur Einrichtung eines Forschungsschwerpunktes zur Bergbau- und Hüttengeschichte des westlichen Harzes. Finanziert durch die Volkswagen-Stiftung nahm dieser 1997 seine Arbeit auf.
Der Beitrag basiert auf Teilergebnissen eines der inzwischen weitgehend abgeschlossenen Projekte zum Unterharzer Berg- und Hüttenwesen vom frühen Mittelalter bis zum Dreißigjährigen Krieg. Für die wirtschaftliche Entwicklung im betrachteten Zeitraum werden drei charakteristische Perioden erkannt, wobei nach der Boomphase zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein Höchstwert bei der Silber- und Bleiproduktion in den 1560er Jahren eintrat. Seit den 1580er Jahren stagnierte die wirtschaftliche Entwicklung des Unterharzer Berg- und Hüttenwesens, nicht zuletzt auch durch ein Überangebot an Blei auf dem europäischen Markt, das in Konkurrenz zum Rammelsberger Blei trat. Seit 1600 nahm die Silber- und Bleigewinnung dann rapide ab, um 1621 beim Vergleich mit dem Stand von 1570 nur noch bei einer Größenordnung von 39 % zu liegen.