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Hans Otto Gericke:
Der Übergang zur Kohlenfeuerung in den bis 1815 kursächsischen Salinen
Die größeren Salinen Artern, Kösen und Dürrenberg

Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts litt Kursachsen bekanntlich erheblichen Mangel an Kochsalz. Größtenteils war es darauf angewiesen, den Bedarf des Landes aus den Salinen des benachbarten Erzstifts bzw. Herzogtums Magdeburg zu beschaffen, insbesondere aus Halle (Saale). Die von den sächsischen Herrschern veranlassten Bemühungen, Salz im eigenen Lande zu gewinnen, waren lange Zeit ohne ernsthaften Erfolg geblieben. Ein Wandel begann erst im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts. Dank hartnäckiger Anstrengungen gelang es Johann Gottfried Borlach, nicht nur eine schon früher genutzte Solquelle wieder auszubeuten sondern auch zwei weitere ergiebige Solquellen zu erschließen. Daraufhin nahmen in den kursächsischen Gebieten drei vollkommen neu errichtete Salzwerke binnen weniger Jahrzehnte die Produktion von Siedesalz auf, nämlich die Salinen von Artern (1728), Kösen (1732) und Dürrenberg (1765).
Für die kursächsischen Salinen trat infolge der auf dem Wiener Kongress festgelegten Gebietsabtretungen Sachsens an Preußen eine völlig neue Lage ein, denn sie lagen alle in den Regionen, die nunmehr Bestandteile der neu gebildeten preußischen Provinz Sachsen wurden. Sie wurden dem Oberbergamt Halle unterstellt und weiterhin fiskalisch betrieben.

Der Beitrag behandelt vorrangig die Frage nach der Brennstoffversorgung der Salinen, wobei der Schwerpunkt auf der ehemals größten sächsischen Saline Dürrenberg liegt. Wenngleich beim Übergang in die preußische Verantwortung kaum nennenswerte Unterbrechungen der Kontinuität zu verzeichnen sind, so lag der entscheidende Unterschied in den rechtlichen Voraussetzungen für den Kohlenbergbau. Während der Abbau von Kohle in Preußen unter das Regalrecht subsumiert war, galt in Kursachsen mit dem Kohlenmandat von 1743 das Recht der jeweiligen Grundeigentümer zum Kohlenabbau. Die Berechtigung zur Kohlengewinnung setzte also den käuflichen Erwerb entsprechender Flurstücke oder einer Abbauberechtigung voraus.