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H. Dietrich Gleichmann:
Die Herdorf-Dermbacher Grube Hüttenwäldchen
Eine kleine Eisenerzzeche des Siegerlandes

Mitte der 1990er Jahre hatten die Mineralien- und Bergbaufreunde Herdorf e. V. begonnen, das nur noch mit einem Stich seines Gewölbes aus dem Berghang neben der Straße Struthütten-Dermbach herausschauende, damals für den Tiefen Stollen der Grube Hüttenwäldchen gehaltene Bauwerk zu öffnen und den Zugang zu den dahinter verborgenen Grubenbauen wieder zu ermöglichen. Überraschend kam dabei die Anlage eines kleinen Maschinenschachtes zu Tage, wie er in den frühen Jahren des industriellen Bergbaus seit Mitte des 19. Jahrhunderts für viele Betriebe im Siegerländer Eisenerzbezirk typisch war. Die in ihren Grundzügen gut erkennbaren Relikte stellen ein wertvolles technisches Denkmal dar.
Der vorliegende Aufsatz rekonstruiert zunächst die Betriebsgeschichte der Grube Hüttenwäldchen. Ausgehend von den Voraussetzungen der Lagerstätte werden die Anfänge des industrialisierten Betriebes beschrieben, die z. T. auf den Grundlagen des früheren Stollenbergbaus beruhten. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts ging die Grube zum Tiefbau über und sie erlebte nach einer Ruhephase in den 1870/80er Jahren um 1900 nochmals eine zweite, produktive Phase. Im zweiten Teil des Beitrages werden die Umstände zur Auffahrung und zur Auslegung des Maschinenschachtes sowie seiner technischen Einrichtungen beleuchtet.