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Peter Eichhorn:
Feuersetzen und Tretungen
Die Gewinnungsverfahren im Erzbergwerk Rammelsberg um 1700

Nach Beendigung des 30-jährigen Krieges gelang es dem Erzbergwerk Rammelsberg, die Förderleistungen der gewachsenen Nachfrage anzupassen und den Grubenbetrieb sicherer zu gestalten. Die Zeit bis 1700 war deshalb durch eine Stabilisierung der Bergtechnik gekennzeichnet. Der drastische Rückgang der Förderung Anfang der 1720er Jahre war dann nicht innerbetrieblichen Problemen geschuldet, sondern einer Holzversorgungskrise im gesamten Harz und der abrupt schlechter werdenden Situation auf dem Edelmetallmarkt. Gleichwohl ermöglichte es der erreichte technische Standard, den Grubenbetrieb ohne gravierende Veränderungen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts fortzuführen.
Zwar blieben die im Rammelsberg angewandten Techniken, Verfahren und Methoden im Vergleich zu anderen Bergwerken im Oberharz eher konservativ, doch verhinderten sie selbst in der Phase der durch Holzverknappung gedrosselten Produktion die Erwirtschaftung von Gewinnen nicht. Eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Grubenbetriebes z. B. durch die Modernisierung der Anlagen und Verfahren war deshalb nicht von vorrangigem Interesse. Da die zeittypischen Unfallursachen schließlich weitgehend außerhalb der eingesetzten Abbau- und Gewinnungsverfahren lagen, ergaben sich auch aus sicherheitlichen Erwägungen keine zwingenden Notwendigkeiten zur Veränderung der etablierten Bergtechnik.

Der Artikel widmet sich vor dem Hintergrund der weitgehenden Konstanz der Bergtechnik den speziellen Gewinnungsverfahren des Feuersetzens und der Tretungen im Erzbergwerk Rammelsberg um 1700.