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Hans-Heinz Emons:
Das "bunte, bittere" Salz im Huy
Die Geschichte des Kaliwerkes Wilhelmshall-Dingelstedt

Der Huywald, ein Parallelausläufer des Harzes, liegt nördlich von Halberstadt zwischen den Gemeinden Dardesheim und Schwanebeck mit einer Kammhöhe von 300 m über N.N. Die in seinem nördlichen Teil in den Jahren 1882 bis 1887 niedergebrachten vier Bohrungen erschlossen die Salzfolge des Oberen Zechsteins mit dem Kalilager der Stassfurtserie, das hier durch Faltung und Pressung in Oberflächennähe gelangte. Mit dem Teufen des Schachtes Wilhelmshall I im Jahre 1892 begann die eigentliche Kalizeit im Huy, die ein industrielles und kommunales Aufblühen des Gebietes zur Folge hatte. Nach einer wechselhaften wirtschaftlichen Entwicklung, die sich auch in den Besitzverhältnissen widerspiegelte, kam es im Juni 1926 zur Stilllegung der bis dahin vorhandenen drei Schächte sowie der übertägigen Fabrikanlagen.
Ende 1934 übernahm das Heeresmunitionsamt das Werk zum Aufbau einer Munitionsfabrik. Nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs unterstand es bis zum 30. Juni 1945 zunächst der amerikanischen, dann der sowjetischen Besatzungsmacht, ehe es im Oktober 1948 als "Stillgelegte Anlage" von der Hauptverwaltung Kali, später VVB Kali bzw. Kombinat Kali übernommen wurde. Wiederbelebungsversuche zwischen 1958 und 1961 wurden dann bereits vor Vollendung der Schachtreparaturen wieder eingestellt. Heute erinnern verschiedene übertägige Gebäude an die fast 100-jährige Geschichte des bunten, bitteren Salzes im Huywald.