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Gernot Schmidt:
Terrestrische Freiluft-Salinen der Iberischen Halbinsel

Während die Meerwasser-Salinen Frankreichs, der Iberischen Halbinsel und der Balearen in der einschlägigen Literatur vielfach beschrieben und auch vielen Urlaubsreisenden wenigstens durch Reiseführer bekannt sind, finden sich Informationen über Freiluft-Salinen auf dem Festland eher spärlich. Das hängt auch damit zusammen, dass die terrestrische Salzgewinnung durch einfache Verdunstung von Quellsole an der Sonne wegen der zumeist geringen Konzentration der Sole und zu schwacher oder zu kurz andauernder Sonneneinstrahlung nicht so verbreitet war.
Auf der Iberischen Halbinsel existieren noch zwei terrestrische Freiluft-Salinen, die beide für den interessierten Reisenden leicht zugänglich sind: Die Salinas de Añana nahe Vitoria in Nord-Spanien und die Salinas Naturais von Rio Maior-Fonte da Bica in Mittel-Portugal. Nur zur Salinas de Añana finden sich jedoch äußerst knapp gehaltene Hinweise in der Literatur. Die Salzgewinnung in Salinas de Añana war schon um 1988 so unwirtschaftlich und rückläufig, dass nur noch die Hälfte der Anlagen genutzt wurde. Inzwischen ist sie fast vollständig zum Erliegen gekommen. Seit 1999 fördert die baskische Provinz-Regierung auch die Region um Añana für den Tourismus, wobei die verfallenden Salzgewinnungsanlagen als ein besonderes Reiseziel dargestellt werden. Die Salinas von Rio Maior in Portugal sind jedoch noch voll in Betrieb und stellen mindestens seit Mitte der 1990er Jahre eine für den Tourismus erschlossene Attraktion dar, wenngleich die Werbung nicht weit wirkt. Die Geschichte beider Salinas reicht zumindest bis in die Zeit der Araber auf der Iberischen Halbinsel vor der Reconquista zurück.