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Christoph Bartels:
Die Zisterzienser im Montanwesen des Mittelalters
Die Bedeutung ihrer Klöster für den Bergbau und das Hüttenwesen des Harzraumes

Sowohl im Mittelalter als auch in der Folgezeit hatte der Aufbau und die Ausbreitung des Zisterzienserordens als eines der bedeutendsten geistig-religiösen Phänomene des 12. Jahrhunderts einen tief reichenden Einfluss auf die Ausgestaltung der Wirtschaft. Der Orden spielte auch eine bedeutende Rolle im Montanwesen des Hochmittelalters, so dass Geschichte und Überlieferung der dem Montanbetrieb verbundenen Klöster für die Montangeschichte des Mittelalters besonders wichtig sind. Wenngleich die Quellenüberlieferung in manchen Bereichen lediglich bruchstückhaft vorliegt, so führte die klostertypische Pflege der Schriftlichkeit aber zu Quellentexten, die aus den Kreisen der sonst im Montanwesen engagierten Adelshäuser, ritterlicher Familien oder der städtischen Kaufmannschaft oft entweder ganz fehlen oder nur spärlich vorhanden sind.
Es waren vor allem drei Grundkomponenten im Gefüge des Zisterzienserordens, die dessen montanwirtschaftliche Aktivitäten im Wesentlichen bestimmten. Neben einem spezifischen Arbeitsethos, das die zisterziensische Bewegung in der Auf- und Ausbauphase kennzeichnete, waren es zudem die klösterliche Eigenwirtschaft als tragendes Element der Religionsausübung sowie das spezifisch geformte Institut der Laienbrüder (Konversen).

Ausgehend von diesen Grundlagen wird die Rolle der Zisterzienser im europäischen Montanwesen skizziert und insbesondere die Frage diskutiert, inwieweit die Klöster selbst als Betreiber der Montananlagen zu betrachten sind. Anschließend wird die Montanwirtschaft des Harzes als bedeutender Erzregion des Mittelalters mit Blick auf die Rolle der Zisterzienserklöster Neuwerk in Goslar und Walkenried analysiert.